Juvenir 4.0

 

Juvenir 4.0: Zuviel Stress, zuviel Druck!
Die vierte Juvenir-Studie der Jacobs Foundation geht auf das Thema «Leistungsdruck und Stress» ein. Wie stark ist die Jugendphase durch Stress- und Druckerfahrungen geprägt? Was führt aus Sicht der Jugendlichen zu Stress? Welche Rolle spielen die in den Medien häufig angesprochenen sozialen Netzwerke und die ständige Erreichbarkeit als Auslöser von Stress? Wie gehen Jugendliche mit Stress um, wie stark leiden sie unter der Stressbelastung? Juvenir befragte dazu 1‘538 Jugendliche aus der ganzen Schweiz.

Mehr erfahren

Aktuelle Studie

Eure Meinung ist gefragt

Juvenir befragt Schweizer Jugendliche zu einem aktuellen und von euch selbst gewählten Thema. Die Ergebnisse veröffentlichen wir und laden dich dann zur Diskussion auf Facebook ein. Denn Juvenir will wissen, wie du die Ergebnisse bewertest.

Mehr erfahren

Für Dich

Untersuchungsdesign

Die sogenannten neuen Medien sind für die heutige Jugend keinesfalls neu. Sie sind mit den verschiedenen Angeboten und Möglichkeiten, die das Internet bietet aufgewachsen und bewegen sich selbstverständlich in sozialen Netzwerken und im Internet. Nicht umsonst spricht man von «Digital Natives».

Längst gehen die Möglichkeiten des Internets weit über das reine Rezipieren der Inhalte hinaus. Facebook, Twitter, Youtube, Instagram und viele weitere Portale und Chat-Plattformen bieten auf verschiedenste Weise die Möglichkeit, die Inhalte des Internets mitzugestalten und es als Kommunikationsplattform zu nutzen. Die Generation der «Digital Natives» macht von dieser Möglichkeit täglich Gebrauch.

Treffenderweise werden die Angebote des Web 2.0 auch als «Mitmachnetz»[1] bezeichnet. Sofern ein Internetzugang vorhanden ist, steht allen die Möglichkeit offen, Inhalte zu gestalten und zu veröffentlichen. Die von den Nutzern selbst gestalteten Inhalte, auch user-generated Content genannt, bilden die Voraussetzung für das Web 2.0. Vor allem Jugendliche zeigen sich in diesem Zusammenhang besonders aktiv und bringen sich deutlich häufiger als andere Altersgruppen mit eigenen Beiträgen im Web 2.0 ein. Das soziale Netzwerk Facebook ist derzeit wohl das bekannteste und mit einem Nutzeranteil von rund 90 % der 14- bis 29-Jährigen das am weitesten verbreitete Angebot dieser Art.[2]

Die digitale Kommunikation mit Freunden und Bekannten via Social-Media-Plattformen ist aus dem Alltag der Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Das Web 2.0 bietet die Möglichkeit sich jederzeit und jeden Ortes mit anderen auszutauschen. Der Art und Weise des Austausches sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Fotos, Videos, Audiodateien und natürlich Texte dienen der Kommunikation.
Juvenir setzt genau an dieser Stelle an und bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, sich zu jugendrelevanten Themen zu äussern und sich einzubringen. Das Web 2.0 ermöglicht als «Mitmachnetzwerk» die Umsetzung der grundlegenden Anforderung, die die Jacobs Foundation an die Studienreihe stellt: Juvenir ist eine Serie von Jugendstudien, die nicht über, sondern mit Jugendlichen spricht.

Die empirischen Zugänge zu den Relevanzen, Bewertungen und Erfahrungen von Jugendlichen zu den jeweiligen Themen werden über folgende Instrumente gewonnen:

  • Konkretisierung der Themen in der Tiefe: Diskussionen mit Jugendlichen im Rahmen von Internetchats zur Identifizierung, Konkretisierung und Priorisierung von relevanten Fragestellungen innerhalb des Themas.
  • Abbildung in der Breite: repräsentative Befragungen von Jugendlichen in der ganzen Schweiz um das Thema breit zu erfassen.
  • Reflektion und Vertiefung: Im Online-Diskurs können die Jugendlichen sich mit den Studienergebnissen auseinandersetzen und diese weiterentwickeln und vertiefen.


Internetgestützte Methoden der Sozialforschung sind in den Jahren seit Verbreitung des Internets in der Wissenschaft kontrovers diskutiert worden. Ein zentraler Kritikpunkt betrifft dabei den – bezogen auf die Gesamtbevölkerung in den Industrieländern – immer noch eingeschränkten Zugang und die nicht flächendeckend vorhandene Nutzungskompetenz der neuen Medien. Hierbei wird allerdings in erster Linie auf die ältere Bevölkerung verwiesen. Bei jugendzentrierten Forschungen ist die Zugangs-Problematik dagegen kaum noch vorhanden. Das Schweizerische Bundesamt für Statistik weist für das Jahr 2010 aus, dass rund 85 % aller Schweizer Haushalte über einen Internetzugang verfügen, bezogen auf die unter 35-Jährigen[3] erhöht sich der Anteil sogar auf rund 98 %.[4] Darüber hinaus weist das Bundesamt für Statistik diejenigen als «engeren Nutzerkreis des Internets» aus, die mehrmals die Woche das Internet nutzen. Bei den 15- bis 21-Jährigen, die die Zielgruppe der Studienserie bilden, liegt dieser Anteil ebenfalls bei rund 97 %.[5] Die JAMES-Studie 2012 kommt für die Schweiz zu dem Ergebnis, dass 12- bis 19-jährige Schweizer Jugendliche «Internet nutzen» als bevorzugte und häufigste mediale Freizeitbeschäftigung nennen – noch vor Aktivitäten wie Musik hören oder Fernsehen.[6] Damit kann gewährleistet werden, dass keine Gruppe der Schweizer Jugendlichen systematisch durch den methodischen Ansatz ausgeschlossen wird.

[1] Fisch, M.; Gscheidle, C. (2008): Mitmachnetz Web 2.0: Rege Beteiligung nur in Communitys, online verfügbar unter www.media-perspektiven.de/261.html, Zugriff am 05.02.2014.

[2] Social Media Schweiz (2013): Facebook – die Schweiz in Zahlen (Update 29. Februar 2012), online verfügbar unter socialmediaschweiz.ch/2013_05_31_Facebook_-_Die_Schweiz_in_Zahlen.pdf, Zugriff am 05.02.2014.

[3] Die Altersangabe bezieht sich auf die angegebene Referenzperson im jeweiligen Haushalt.

[4] Bundesamt für Statistik (2013): Haushalte und Bevölkerung - Internetzugang der Haushalte, online verfügbar unter www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/16/04/key/approche_globale.indicator.30109.301.html, Zugriff am 05.02.2014, Neuchâtel.

[5] Bundesamt für Statistik (2013): Haushalte und Bevölkerung – Internetnutzung, online verfügbar unter www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/16/04/key/approche_globale.indicator.30106.301.html, Zugriff am 05.02.2014, Neuchâtel.

[6] Prof. Dr. Daniel Süss, Gregor Waller MSc (2012): JAMES - Jugend, Aktivitäten, Medien - Erhebung Schweiz; Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Zürich. Online verfügbar unter
www.psychologie.zhaw.ch/fileadmin/user_upload/psychologie/Downloads/Forschung/JAMES/JAMES_2013/Ergebnisbericht_JAMES_2012.pdf, Seite 19, Zugriff am 05.02.2014

Downloads